... on the road
Tagebuch Nr. 82

Sommer 2014

31.05. Viernheim, Wuzzdog
Das Wuzzdog ist ein Benefiz-Event, bei dem Mad Zeppelin zusammen mit den gigantischen Glitter Twins, einem Peter Maffay-Tribute nebst Marius-Müller-Westerhagen-Imitator und einigen weiteren Bands zu Gunsten des Viernheimer Tierheims abrockten. Was im Vorfeld nicht klar war: es handelte sich um ein veganes Festival! Schwebte Moppel im kulinarischen Garten Eden, musste der fleischverwöhnte Rest der Band ganz schön darben. Wenig zuträglich war dabei auch die recht lange Wartezeit vor dem Auftritt, die man mit Falafel nur mühsam überbrücken konnte. Das Festival an sich hat aber mit seiner halb offenen Halle richtig Charme und war mit etwa 1000 Zuschauern auch prima besucht. Ob des schönen Sommerwetters waren viele der Festivalgänger aber eher der Sonne als der schummrigen Halle zugetan. Nachdem der Umbau zu einer ziemlich hektischen Angelegenheit geriet, da extrem viel Backline bewegt werden musste, ging’s dann endlich los und der Gig wurde zu einem ordentlichen, aber nicht wirklich richtig guten Mad Zeppelin-Konzert. Die kurze Spielzeit und das teils eher träge Publikum sorgten dafür, dass die erstrebte Magie eines Zeppelin-Gigs nicht so recht aufkommen wollte. 15-minütige Gitarrensolo-Eskapaden sind dann doch mehr etwas für den Club oder die wirklichen Fans. Die logische Konsequenz: da noch zwei weitere Festivals anstehen, beschließen Mad Zeppelin, ein paar massenkompatiblere Songs ins Programm aufzunehmen.

21.06.14 Steinweiler (Zassel) /Johannisnacht (Schillerplatz)
1985 trat Phil Collins (übrigens unter anderem auch mit Led Zeppelin) beim legendären Live Aid-Konzert an einem Tag auf zwei Kontinenten live auf. Mad Zeppelin eiferten dem großartigen Drummer an diesem Tag zumindest ein kleines bisschen nach und spielten immerhin zwei komplette Shows innerhalb von 24 Stunden. Deshalb gibt es diesmal einen Tagebuchbericht in Tagebuch-Telegrammstil:

Freitag 20 Uhr: Proberaum: Kurzprobe; für das Stadtfestpublikum rutschen neue Songs ins Programm, erstmals „That’s The Way“ mit Thomas an der Mandoline, ansonsten „Good Times, Bad Times“, „Ramble On“ und „Babe I´m Gonna Leave You“. Auch das schon ewig nicht mehr gespielte „Custard Pie“ wird fleißig geübt.

Freitag: 21 Uhr: Einladen der Autos für den kommenden Tag

Samstag 7 Uhr: Aufstehen, Frühstücken

8 Uhr: Volker trifft Roadie Manfred zu letzten Ladeaktion am Proberaum, Thomas und Ersatzroadie Michael suchen für Michaels Auto einen Parkplatz am Schillerplatz

9 Uhr: auf der Autobahn, alle sind Richtung Landau unterwegs

10 Uhr: Aufbau auf der geräumigen Bühne in Steinweiler; positiv überrascht, alle nett und relaxt, weitläufiges Gelände und noch keine potentiellen Zuschauer

11 Uhr: Soundcheck, danach noch schnell eine Wurst (bzw. für die Vegetarier im Trupp ein Gericht, das man getrost als "Viernheims Rache" bezeichnen kann: trockene Brötchen mit Ketchup...)

12 Uhr: Konzertbeginn vor ca. 15 Zuschauern

13 Uhr: das Publikum wächst, etwa 80 Personen vor der Bühne, höflicher Applaus; die Band spielt gut und das neue Programm scheint gut zu klappen

14 Uhr: mit „Ramble On“, „Dyer Maker“ und „Babe I’m Gonna Leave You“ wird ein nettes aber unspektakuläres Konzert beendet

15 Uhr: Am Wurststand wird noch schnell ein Steak im Brötchen verhaftet (für die Vegetarier gibt es erneut "Viernheims Rache"), die Autos sind geladen

16 Uhr: auf der Autobahn, zurück Richtung Mainz

17 Uhr: das Equipment steht schon wieder auf der Hauptbühne am Schillerplatz; für Mandoline und Akustikgitarre wird ein Soundcheck durchgeführt

18 Uhr: im Biergarten zur WM-Zeit: Argentinien gegen Iran, langweiliges Spiel; man hält sich an alkoholfreie Getränke

19 Uhr: im Restaurant, man trifft Johannes Gutenberg, der unserem Kölner Sänger Moppel mal erklärt, was ein richtiger Dom ist und warum die Mainzer die Johannisnacht feiern

20 Uhr: beim Abendessen (diesmal endlich mit passenden Gerichten für Fleischesser UND Vegetarier!)

21 Uhr: vor der Hauptbühne oder dem Laptop: die Guns‘n'Roses Coverband "Dust and Bones" rocken den überschaubar besuchten Schillerplatz ordentlich, parallel versucht ein Teil der Band über Handy oder Tablet zumindest auf dem laufenden zu sein, wie es bei Deutschland – Ghana steht

22 Uhr: Konzertbeginn, etwa 500 Zuschauer vor der Bühne; Konzert läuft gut, auch das Bier, Ermüdungserscheinungen halten sich in Grenzen, Monitormischer hält die Band auf dem Laufenden über den Spielstand

23 Uhr: nach Spielende (2:2) füllt sich der Platz, die Sonne geht unter und der Schillerplatz verwandelt sich in eine magische Manege, „Stairway to Heaven“ mit Gänsehaut!

24 Uhr: Konzertende; Veranstalter Rüdiger Tasch ist so begeistert, dass er die Band spontan noch eine weitere Zugabe spielen lässt, gezockt wird „Communication Breakdown“

1 Uhr: Abbau; noch keine Zeit, zu feiern, denn alles muss verstaut werden

2 Uhr: die Party beginnt, ein Teil der Band macht sich auf ins Getümmel der Mainzer Johannisnacht

3 Uhr: im ATG wird fleißig gefeiert

... und so ging es noch lange weiter

Sonntag 12 Uhr: die Autos werden abgeholt und das Equipment in den Proberaum gebracht; Erschöpfung macht sich breit. Wie wird es wohl damals Phil Collins ergangen sein?

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