... on the road
Tagebuch Nr. 74

Frühjahr 2013, Teil I

12.01.13 Aschaffenburg, Colos-Saal
Der Auftritt in „Ascheberch“ stellte einen gelungenen Start in die neue Konzertsaison dar, obwohl gleich mehrere Probleme beinahe zum Scheitern des Gigs führten. Bassist Christian hatte es mal wieder erwischt. Mit einer Entzündung des Ohres verbrachte er den halben Tag beim ärztlichen Notdienst, der ihn immerhin soweit wieder herstellte, dass der Auftritt am Abend nicht bereits im Vorfeld abgesagt werden musste. Tapfer und mit einer total aufgedunsenen Gesichtshälfte gesegnet kämpfte sich der Bassmann souverän durch das komplette Programm. Gegen Ende des ersten Sets erwischte es dann Drummer Breaker, der sich durch einen ungeschickten Schlag auf das Chinabecken offenbar einen Nerv im Finger des rechten Daumens so einklemmte, dass er nicht mehr in der Lage war, die Hand zu öffnen. Im Krallengriff rettete er sich in die Pause, wo durch intensive Massagen der Finger wieder einsatzfähig gemacht werden konnte. Kurz vor den Zugaben war dann Keyboarder Thomas dran. Sein Midi-Steuergerät versagte den Dienst und so war es dem Tastenmann leider unmöglich, einen Großteil seiner Sounds abzurufen. Opfer dieses Zwischenfalls war das eigentlich als Überraschungszugabe geplante „Tangerine“, welches die Band während des Soundchecks zum ersten Mal nach längerer Zeit angespielt und als Aufführungsreif empfunden hatte. Dies war sehr bedauerlich, denn das tolle Publikum hatte sich dieses Special sicher redlich verdient. Nachdem die letzten Auftritt der Band im Colos-Saal eher zurückhaltend besucht worden waren, feierten an diesem Abend weit über 450 Zuschauer ab der ersten Sekunde eine tolle Party und die Band revanchierte sich trotzt aller Widrigkeiten mit einer phantastischen Leistung. Lediglich „Out on the Tiles“, welches Moppel versehentlich im ersten Set nicht angekündigt hatte und daher weiter nach hinten gerückt war, entwickelte sich ein wenig zur Stimmungsbremse eines ansonsten rundum gelungenen Gigs, der die Band auf dem Niveau des KUZ-Gigs aus dem Herbst zeigte. „Four Sticks“ wurde diesmal frenetisch abgefeiert, obwohl es zum Schluss nur noch mit drei Sticks zu Ende gespielt wurde. Überhaupt: Drumsticks gingen diesmal im Dutzend weg. Auch nach Konzertende forderten etliche Fans noch ein Holzstäbchen mit den Autogrammen der Band und auch alles andere, was nicht niet- und nagelfest war, musste signiert werden. Die neuen Roadies Cedrik und Leo waren total begeistert von diesem Auftritt und konnten den Trubel, der um eine „kleine Coverband“ gemacht wurde kaum fassen. Beim Abschlussbier schwelgten sie gemeinsam mit der Band und den Machern des Colos-Saals im Rockerhimmel.

08.03.13 Bruchsal, Rockfabrik
Aufgrund terminlicher Probleme spielten Mad Zeppelin zum ersten Mal an einem Freitagabend in der Fabrik und trotzdem kamen beeindruckende 300 Zuschauern, um die Show der Mainzer Band zu sehen. Darunter auch zwei Fans, die über 350km Anfahrtsweg auf sich genommen hatten. Respekt für so viel Enthusiasmus, nur um einmal die Lieder der größten Rockband aller Zeiten live zu erleben. Nachdem bei den vorangegangenen Gigs vermehrt Kritik an der Songauswahl geäußert wurde, hatte sich Mad Zeppelin dazu entschlossen, eine vorzeitige Runderneuerung des Programms durchzuführen. Der „Wanton Song“ musste ebenso wie „Celebration Day“ komplett aus dem Set weichen. Als Opener fungierte nun das bewährte „Rock´n`Roll“ dem ohne Pause direkt „Out on the Tiles“ angefügt wurde. Um das Tempo hoch zu halten, wurde nun „Trambled Underfoot“ in das sehr originell tanzende Publikum gefeuert und bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Umstrukturierung des Programms die richtige Entscheidung war. In der Folge kamen mit „Since I´ve been loving you“, „No Quarter“ und „Moby Dick“ einige Klassiker zum Zuge ehe mit dem gewohnten Akustikblock das erste Set endete. Normalerweise sollte an dieser Stelle nun „Stairway to Heaven“ erklingen, doch diesmal entschlossen sich die Jungs dazu, das Konzerthighlight auch als Abschluss des regulären Programms zu spielen. So ging es also diesmal nach „Bron-Yr-Aur-Stomp“ direkt in die Pause, die mit „Kashmir“ beendet wurde. Nun folgte die größte Neuerung im Programm: statt „Dazed and Confused“ spielte die Band an diesem Abend „How Many More Times“ inklusive Geigenbogensolo und dem Gitarren/Gesangsduell im Mittelteil. In dieser Art haben Mad Zeppelin den Song noch nie gespielt aber die Improvisationen funktionierten bereits auf Anhieb ordentlich. Danach sorgte ein Doppelblock vom legendären vierten Album wieder für Tanzstimmung. Das länger nicht gespielte „Black Dog“ und „Four Sticks“ repräsentierten die Glanzphase des britischen Rockflaggschiffs. Danach folgte mit „Tangerine“ eine weitere Überraschung. Diesen Song hatten Mad Zeppelin wirklich schon eine Ewigkeit nicht mehr im Set. Mit „Misty Mountain Hop“ und dem „Immigrant Song“ folgten noch zwei Hits ehe die Flöten von „Stairway“ den Höhe- und Schlusspunkt des Abends einleiteten. Das Publikum tobte und forderte natürlich eine Zugabe, die in Form eines sehr langen „Whole Lotta Love“ folgte. Danach verließ die Band nach knapp zweieinhalb Stunden die Bühne aber das Publikum war noch nicht zufrieden. Erneut wurden die fünf Mainzer auf die Bühne zurück geholt und beendeten den Abend mit „Babe I’m Gonna Leave You“. Fazit der Show: das neue Programm kam sehr gut an und die Band erwischte einen richtig guten Abend.

16.03.13 Musiktheater Rex, Bensheim
Das Rex ist umgezogen! Nach jahrelangem Ärger mit Anwohner aufgrund der Lautstärke in Lorsch hat Veranstalterin Margit eine neue Location in Bensheim aufgetan. Der Haken an der Sache ist, dass das neue Rex deutlich kleiner als sein Vorgänger ist. So mussten Mad Zeppelin auf ein Drumpodest und Teile der Backdrops verzichten. Auf der Bühne wurde es richtig kuschelig eng, was sich aber für das Zusammenspiel der Bandmitglieder nicht als nachteilig herausstellen sollte. Leider gab es auch in Bensheim kaum erfüllbare Lautstärkeauflagen, die Mischer Manfred am Mischpult alles abverlangten. Auch die Band bemüht sich, so leise es ihr nur möglich ist, zu spielen und vorsichtshalber wurde schon einmal die Polizei in Kenntnis gesetzt, dass man nur bis Punkt 23 Uhr spielen werde. Unter diesen Voraussetzungen entstand dann wider Erwarten doch ein kleines Konzerthighlight. Mit knapp 230 Zuschauern war das Rex rappelvoll und die Stimmung von der ersten Minute an brillant. Die Band spielt das gleiche Set wie in Bruchsal eine Woche zuvor. Bis auf einen kleineren Fauxpas im Übergang von „Rock´n`Roll“ zu „Out on the Tiles“ verlief die Show äußerst routiniert ab und die „neuen“ Stücke passten sich nahtlos in das Set ein. Auch „How Many More Times“ gelang erneut prima und die Improvisationen entwickelten sich noch organischer als beim letzten Konzert. Das Konzert endete wie versprochen genau um 23:00 Uhr und darf als rundum schöner, gelungener Abend verbucht werden.

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