... das meint die Presse


In genialen Soli und Balladen der Legende nah

Pumpwerk: Tribute-Band Mad Zeppelin feiert nach fünf Jahren Abstinenz eine triumphale Rückkehr mit den bekanntesten Stücken von Robert Plant und Jimmy Page

Wer es auf Led Zeppelin abgesehen hat, hat sich viel vorgenommen. Wie eine ganze Reihe von Bands, die im London der 6Oer und 70er Jahre wie Pilze aus dem Boden schossen, hat es die Rockband um den legendären Frontmann Robert Plant und die Gitarrenlegende Jimmy Page zu Weltruhm gebracht.

Mit einem Klassiker nach dem anderen hat sie Musikgeschichte geschrieben, und ein bisschen Wahnsinn gehört schon dazu, da mithalten zu wollen. Mad Zeppelin, die Mainzer Tribute-Band, ist jedoch gnadenlos gut, wenn es darum geht, Kult-Songs einer ganzen Generation wieder aufleben zu lassen. Vor fünf Jahren war sie das letzte Mai im Pumpwerk. Jetzt feierte sie mit ihren Fans abermals eine grandiose Party.

Mühelos in stimmliche Höhen
"Led Zeppelin hatte zwei Rituale: Geniale Soli und Balladen", erzählt Frontmann Michael Dorp, der seinem Vorbild nicht nur in Stil und Frisur ähnlich ist, sondern auch Robert Plants stimmliche Höhe mühelos erreicht. Wie recht er hat, zeigen schon die ersten Songs, die zurückgehen in eine musikalische Ära, in der Schlagzeug- und Gitarrensoli noch die Längen ganzer Popsongs hatten.

Voller Einsatz für „Moby Dick"
Wenn der Münsteraner Schlagzeuger Marco Menzer, der einige Monate Volker Brecher ersetzt, sich beim mehrminütigen „Moby Dick"-Solo mit vollem Körpereinsatz um Kopf und Kragen trommelt, dann braucht er den Vergleich mit John Bonham nicht zu scheuen. Seine Fans jedenfalls hat er mühelos im Schlepptau. Überwiegend den Ü-40- und Ü-50-Jährigen zuzuordnen, wollen sie abtauchen in alte Zeiten, abtanzen, mit Headbanging und reichlich Bier.

Auch Gitarrist Ralph Glodek hat mit „The ride" seinen grandiosen Alleingang, in dem er mit einem Geigenbogen die Gitarrensaiten bearbeitet, um den unverwechselbar schnarrenden Sound zu erzeugen. Uneingeschränkt im Mittelpunkt steht jedoch Michael Dorp, der mit überwältigender stimmlicher Präsenz die Band zusammenhält und immer wieder über sich hinauswachsen lässt.

Ob mit „Houses of the Holy", dem legendären „Rain Song" mit seinen sphärischen Keyboard-Klängen (Thomas Blum) oder der einfühlsamen Ballade „That's the way" - der Plan der Tribute-Band geht auf. Dem Original teuflisch ähnlich, lassen sie einem Gewitterregen gleich „Zep"-Klassiker auf das Publikum regnen (während draußen zeitgleich ein Regenguss niedergeht).

„Stairway to heaven" ist der ergreifende Höhepunkt des Abends. Lange behält die Band den Megahit in der Hinterhand und zaubert ihn erst im letzten Drittel des Konzerts auf die Bühne. Schon bei den ersten Takten knistert die Stimmung, und als Ralph Glodek (unterstützt von Bassist Christian Ludwig vorm Pumpwerk-Sternenhimmel zur berühmten Doppelhalsgitarre greift, ist das Publikum nicht mehr zu halten.

Alles, was danach kommt, ist nur noch Abgesang, ein „Thank you", das die Band mit dem gleichnamigen Lied zum Ausdruck bringt, auch wenn sie es danach mit "Whole lotta love" noch einmal gehörig krachen lässt. „Danke Hockenheim, dass ihr uns auch nach fünfjähriger Pause nicht vergessen habt", ruft Michael Dorp seinen Fans zu, die ihm mit Jubel und Applaus antworten. Eine Zugabe gibt es selbstverständlich obendrauf.

Elke Barker, Hockenheimer Tageszeitung, 2. Mai 2016




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