... das meint die Presse

„Headbanging" – Für Ü50er nicht zur Nachahmung empfohlen

Vor 35 Jahren standen Led Zeppelin zum letzten Mal auf der Bühne. Nochmal „Stairway to Heaven“ live mitzuerleben, ist sicherlich ein Traum vieler gestandener Rock-Fans. Dieser Traum wurde am 6. Februar in der Rastatter Reithalle wahr. Mit der Mainzer Tribute-Band Mad Zeppelin hat die legendäre britische Rockformation einen würdigen Nachfolger gefunden.
Nachdem ich schon etliche Cover-Bands erleben durfte, deren Versuche nicht einmal annähernd die Qualität ihrer großen Vorbilder erreichten, stand ich mit einem Rucksack voller Skepsis in der gut gefüllten Reithalle. Gerade die besondere Mischung von Blues-, Rock- und Folkelementen, die den einzigartigen Stil von Led Zeppelin ausmacht, stellt jeden Nachahmer vor eine große Herausforderung. Nach den ersten Takten von „Black Dog" war die Skepsis jedoch verflogen und es war klar, dass hier noch „großes Kino" kommen würde. Das Programm – in leichter Abwandlung eines LedZep-Titels unter das Motto „The Song Remains On Stage" gestellt – nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise in die Ära, in der Gitarrensoli noch länger sein durften als heutzutage ganze Popsongs. Beim Schlagzeugsolo von „Moby Dick" bewies Volker Brecher, dass er den Vergleich mit John „Bonzo" Bonham nicht zu scheuen braucht. Mit dem bekanntesten Lied der Band, „Stairway To Heaven", ging es dann in die Pause.
Im Anschluss standen noch Klassiker wie „No Quarter" und „Kashmir" auf dem Programm – allesamt perfekt interpretiert. Erwähnenswert ist das unglaubliche Können von Gitarrist Ralph Glodek, der seine Akkorde auch mit der Gitarre auf dem Rücken perfekt abliefert. Im Zusammenspiel mit Sänger Michael Dorp konnte man bei „Kashmir" ein Vokal-Gitarren-Duett erleben, wie man es aus den besten LedZep-Zeiten kannte. Zweieinhalb Stunden solider Rock – gespielt von bodenständigen Profis. Dass sich mein Kopf dabei unweigerlich bewegt hat, rächte sich einen Tag später mit einem steifen Nacken. Beim Thema „Headbanging" sollten wir Ü50er wohl etwas vorsichtiger sein. Nur noch ein Wort zu Mad Zeppelin: EMPFEHLENSWERT!

Galerie Ortenau, Thomas Pahn (online, www.galerieortenau.de)

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