... das meint die Presse

Coverband Mad Zeppelin spielte im Pumpwerk

27.10.2010, Hockenheim - Was hatten alle Zuhörer im Pumpwerk am Freitagabend gemeinsam? Allen war ein Lächeln ins Gesicht geschrieben, das mindestens zweieinhalb Stunden anhielt. Die Band Mad Zeppelin war zu Gast, und neben den eindrucksvollen zwei schwarzen Marshalltürmen des Gitarristen hatten die fünf Musiker die Songs von Led Zeppelin im Gepäck.

Genau, um deren Songs machen Coverbands sonst einen großen Bogen, denn mit den drei üblichen Akkorden wie bei der Mitgröhlhymne „Sweet home Alabama“ ist es hier nicht getan. Led Zeppelin waren ein hochvirtuose Band, was gleichermaßen für die Instrumentalisten wie für den Sänger galt. Von der Grundlage her ist viel Blues mit dabei, oft laut und schnell gespielt, dabei drifteten Jimmy Page und Co. aber nie in die langweilige Hardrock-Schiene ab.

Die musikalische Messlatte liegt für Led-Zep-Coverbands also hoch – und hier haben Mad Zeppelin bestanden. Und das mit der Note sehr gut. Vorne steht der Sänger Michael Dorp, der den falsettartigen Ausflügen Robert Plants zu folgen wusste. Gitarrist Ralph Glodek hatte eine Billigkopie der schweren roten Gibson-Doppelhalsgitarre dabei, sonst war seine instrumentale Leistung tadellos. Der Bassist Christian Ludwig hielt sich leider etwas zurück. Schade, auf das Basssolo des „Lemon Songs“ waren bestimmt einige Zuhörer gespannt gewesen. Volker Brecher (Drums) und Thomas Blum (Keyboard) vervollständigen das Quintett, das bodenständig und gleichzeitig virtuos abrockte.

Alle großen Klassiker waren mit dabei - und die arg strapazierte Überhymne „Stairway to heaven“ gab es schon als Abschluss des ersten Sets. Rockherz, was willst du mehr? Ein Zuhörer war gar so sehr begeistert, dass er das Konzert ganz vorne mit seiner Handkamera mitfilmen musste. Nee, das ist kein Rock ‚n’ Roll, genausowenig wie Handy-Geknipse. Mad Zeppelin haben überzeugt, die Jungs haben Power, so war das wohl einmal in der goldenen Zeit der Rockmusik
Im Fachblatt "Rolling Stone" wurde 2006 vermeldet, dass Led Zeppelin trotz ihrer Auflösung nach dem tragischen Tod des Schlagzeugers Bonham 1980 in den Jahren zwischen 1990 und 2006 weitere 20 Millionen Alben verkauft haben - vorrangig an junge Fans, die die Wegbereiter des Hardrock und Heavy Metal niemals live gehört haben.
Gerade für sie ist Mad Zeppelin wie eine Offenbarung: Drummer Volker Brecher bringt die hämmernden Beats, die das Rückgrat des ganzen Abends bilden, ebenso wie seine grandiosen Soli auf einem Vistalite Acryl-Schlagzeug. Gitarrist Ralph Glodek greift für die zahllosen wirklich teuflischen Gitarren-Soli zum Doppelhals, und vor allem Michael Dorp selbst verleiht dem insgesamt verblüffend vorbildgetreuen Sound den letzten Schliff zur Perfektion.
Abgerundet wird das Ganze von den durchdringenden Bassläufen Christian Ludwigs und den etwas dezenten, nebulösen Keys Thomas Blums. So wird jeder Auftritt Mad Zeppelins zu einer Zeitreise in Tage, in denen Musik noch Charakter hatte und nicht durch die Weichspüler des Mainstreams musste, um erfolgreich zu sein.
Im aktuellen Programm gab's neben den ganz großen Hymnen wie dem unausweichlichen "Stairway to Heaven", "Whole Lotta Love", "The Song Remains The Same" und dem "Rain Song" aus allen Zeiten der Zeppelins auf die Ohren: in einem harten, groovigen Sound, der selbst das traditionell etwas bewegungsfaule Hockenheimer Publikum in Wallung brachte - manche gar so sehr, dass sie sich eine richtige Tanzorgie lieferten.
Viel mehr als das war aber für alle "Party" angesagt: "Geile Mucke wie früher", wie es ein Besucher kommentierte, und das bis in die Nacht - kann man ein größeres Lob bekommen?

bg, Lokalmatador.de, Internet-Quelle:

http://www.lokalmatador.de/article/d48ee08f2bc0449f92a7c2508f812b40/nachrichten/kultur/coverband-mad-zeppelin-spielte-im-pumpwerk

zurück zur kurzen Version zurück