... und unsere Vorbilder
Led Zeppelin
Eine Band schreibt Musikgeschichte Download Led Zep-History von Michael Rensen, RockHard
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John Bonham (dr, perc, voc), John Paul Jones (b, org, voc), Jimmy Page (g, steel-g, man, si, voc), Robert Plant (voc, harm)

Im Herbst 1968 in London gegründet, vereinigte Led Zeppelin (zunächst unter dem Namen New Yardbirds) vier erfahrene, außerordentlich talentierte Individualisten, die ausnahmslos der englischen Blues- und R&B-Tradition entstammten.
Jimmy Page wurde am 9.1.1944 in London geboren. Der ehemalige Kunststudent spielte in verschiedenen unbekannten Bands, trat 1967 zunächst als Ersatzmann für den erkrankten Paul Samwell-Smith bei den Yardbirds ein, machte daneben Aufnahmen mit Brian Auger, Eric Clapton, Joe Cocker und den Pretty Things und erwarb sich nach dem Ende der Yardbirds das Recht, den Bandnamen weiter zu verwerten.
Robert Plant (* 20.8.1948) stammte aus der Nähe von Birmingham und veröffentlichte 1966 eine Single mit Listen. Er fiel Alexis Korner auf und schloss sich Band Of Joy an, wo er auch den Drummer John Bonham (* 31.5.1948) traf. Bonham hatte zuvor für Screaming LordSutch und P.J.Proby gespielt.
Komplettiert
wurde das Quartett durch John Paul Jones, der am 3.1.1946 als John Baldwin in Sidcup, Kent, geboren wurde und auf Erfahrungen mit Jet Harris (Shadows) und den Downliner's Sect verweisen konnte.

In dieser Formation bestritten die New Yardbirds eine Skandinavientournee, die aufgrund älterer Verpflichtungen zustande gekommen war. Keith Moon, Schlagzeuger der Who, inspirierte die Musiker bei der Namensfindung von Led Zeppelin, dem Synonym für "eine der wichtigsten Bands der siebziger Jahre" (Musik Szene). Als Led Zeppelin traten sie erstmals am 15.10.1968 in der Universität von Surrey vor ein Live-Publikum und schlossen zwei Monate später einen Plattenvertrag ab, der ihnen 200000 Dollar pro Platte garantierte.
Bereits im Dezember 1968 absolvierten Led Zeppelin in einem Programm mit Vanilla Fudge und MC 5 ihre erste Nordamerikatour. Im Frühjahr 1969 eroberte ihr erstes album "Led Zeppelin" (GB #5, US #1, D #32) die internationalen Charts und erwies sich als "exzellente LP von exzellenten Musikern" (Melody Maker). "Led Zeppelin" wurde in den USA ein überragender Verkaufserfolg. Die Band bereiste daraufhin sieben Monate die USA, denn das zweite album, "mit dem sich die Gruppenidentität entwickelte" (Jimmy Page) wurde allein in Nordamerika 350000 Mal vorbestellt. "Led Zeppelin II" (GB #1, US #1, D #1) beinhaltete mit "Whole Lotta Love" (US #4, D #1) einen zeitlosen Klassiker der Band, der ursprünglich gegen den Willen der Gruppe ausgekoppelt wurde.
Angesichts der Erfolge hielt der Tourneestress, der die Band mittlerweile bis nach Japan geführt hatte, unvermindert an. Die deutschen Fans mussten sich bis zum März 1970 gedulden, um endlich ihre Lieblinge auch auf der Bühne feiern zu können. Im gleichen Jahr wurden Led Zeppelin mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Memphis ausgezeichnet und stellten ihre LP "Led Zeppelin III" (GB #1, US #1, D #3) fertig, die "diverse neue Zutaten beinhaltete, wie z. B. Country-Stücke und verschiedene akustische Instrumente" (Sounds). Led Zeppelin wollten nicht mehr ausschließlich auf Hardrock setzen und bemühten sich zumindest im Studio um neue Elemente. Im Konzert ging die Band dazu über, ihr Material in immer mehr ausschweifenden, endlosen Improvisationen aufzuführen, bis Publikumserwartung und Auftrittsroutine zum Handicap wurden.
Die LP "Led Zeppelin IV" (GB #1, US #1, D #9) wurde im Dezember 1971 als Meisterwerk eingestuft. Allein in Deutschland wurde sie für 500000 verkaufte Exemplare mit Platin ausgezeichnet. "Die beste Gruppe der Welt" (Robert Plant) erlebte eine weitere Steigerung ihrer Popularität und setzte ihre Tourneen kontinuierlich fort.
Außerdem bereiteten sie ihr Label Swan Song vor, das ab 1975 Bad Company und die Pretty Things förderte. Im Frühjahr 1973 veröffentlichten Led Zeppelin "Houses Of The Holy" (GB #1, US #1, D #8) und brachen in den USA sämtliche Konzertrekorde.
Mit der Doppel-LP "Physical Graffiti" (GB #1, US #1, D #17) schwangen sich Led Zeppelin im Frühjahr 1975 zu neuen Studio-Höchstleistungen auf. Sie fassten bei der ersten Veröffentlichung auf dem Swan Song-Label das kreative Schaffen der letzten sechs Jahre eindrucksvoll zusammen und demonstrierten ihre Vielseitigkeit.
Im April
1976 erschien "Presence" (GB #2, US #1, D #27). Darauf folgten das Filmepos "The Song Remains The Same" und das gleichnamige Doppelalbum (GB #5, US #2, D #28). Als im Juli 1977 Plants Sohn krank wurde und bald darauf starb, musste eine US-Tour abgebrochen werden. Außerdem sorgten Differenzen zwischen Plant und Page verstärkt für Auflösungsgerüchte. Nach einigen Testauftritten kamen Led Zeppelin im Sommer 1978 wieder zusammen und begannen im Dezember in den Stockholmer Polar Studios mit den Aufnahmen zu einer neuen Platte. Sie spielten einige große Open Air-Veranstaltungen und wurden im August 1979 beim Knebworth Festival von 150000 Besuchern bejubelt. Im September 1979 erschien das album "In Through The Out Door" (GB #2, US #1, D #28)
Im Mai
1980 traten Led Zeppelin die erste Europatournee seit sieben Jahren an, die im Juni im damaligen West-Berlin endete. Am 25.9.1980 wurde John Bonham tot in seinem Bett aufgefunden. Sein übermäßiger Alkoholkonsum wurde ihm zum Verhängnis. Der Tod von John Bonham bedeutete "zwangsläufig den Tod der Band" (Robert Plant). Eine Reformierung mit einem Ersatzmann kam für das verbliebene Trio nicht in Frage.
Im Dezember
1982 erschien unter dem Titel "Coda" (GB #5, US #6, D #43) eine von Page verantwortete Zusammenstellung von bis dahin unveröffentlichtem Zeppelin-Material. Am 13.7.1985 spielten Page, Jones und Plant mit Phil Collins als Schlagzeuger bei einer Art Reunion von Led Zeppelin anlässlich des Live Aid-Spektakels im John F. Kennedy-Stadion in Philadelphia zusammen. Auch beim Konzert anlässlich des 40. Geburtstags von Atlantic Records am 14. Mai 1988 standen Page, Plant und Jones als Led Zeppelin für ein etwa 30-minütiges Set noch einmal zusammen auf der Bühne.
In den 90er Jahren betrieb Jimmy Page "sinnvolle Vermächtnisverwaltung" (Musik Express) und brachte im Herbst 1990 überarbeitete und remasterte Songs von Led Zeppelin unter dem Titel "Remasters" (GB #10, D #13) in großen Auflagen in die Läden.
Ende
1994 veröffentlichten Page und Plant "No Quarter" (GB #7, US #4, D #18). Das Duo renovierte einige Led Zeppelin-Klassiker, komponierte vier neue Songs und engagierte zu den Aufnahmen einige walisische Folkmusiker, das London Metropolitan Orchestra und ein ägyptisches Streicher- und Perkussions-Ensemble. Zum zehnten Jahrestag der Rock'n'Roll Hall Of Fame jammten Led Zeppelin im Januar 1995 mit Neil Young in New York.

Discographie
Tributplatten